
ERF Plus - Wort zum Tag
Publisher:
ERF
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Published at:
2/28/2025
Category:
Devotionals
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ERF Plus - Wort zum Tag
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Davids Tanz
Die Bibelstelle 1. Chronik 13,8 – ausgelegt von Martin Leupold.
Jeden Tag bieten uns die Herrnhuter Losungen zwei Verse aus der Bibel an, einen aus dem Alten und einen aus dem Neuen Testament. Manchmal scheinen sie direkt in unser Leben hineinzusprechen.
Manchmal klingen diese Losungen aber auch wie eine fremde Botschaft aus einer fernen Welt. Man merkt ihnen an, dass die Bibel in einer anderen Zeit entstand und in eine andere Lebenswelt spricht. So wie die heutige Losung aus dem 1. Chronikbuch, Kapitel 13, Vers 8: „David und ganz Israel tanzten mit aller Macht vor Gott her, mit Liedern, mit Harfen, mit Psaltern, mit Pauken, mit Zimbeln und mit Trompeten.“
Dreitausend Jahre ist es her, dass König David über das damalige Israel regierte. Er einte das Land und machte Jerusalem zu seiner Hauptstadt. David war überzeugt, dass sein Volk nur mit dem Gott der Väter Zukunft haben würde. Deshalb wollte er dem Glauben einen Ort geben, an dem die Gegenwart Gottes erfahrbar wird.
Die Vorfahren Israels hatten dafür keinen festen Ort. Denn sie waren Jahrzehnte durch die Wüste gezogen. Aber sie hatten ein Zeltheiligtum, in vielen Bibeln Stiftshütte genannt. Und der heiligste Gegenstand in diesem Zeltheiligtum war die sogenannte Bundeslade. Das war ein tragbarer Schrein, in dem nach der Schilderung der Bibel die Steintafeln mit den zehn Geboten aufbewahrt wurden. Als David König wurde, stand diese Lade bei einem einfachen Bauern in einem kleinen Städtchen. Jetzt gehörte sie ins Zentrum des jungen Königreichs.
Deshalb ließ David die Lade nach Jerusalem holen. Natürlich in einem festlichen Umzug. Denn sie war ja der Ort innerhalb der irdischen Welt, an der die Präsenz des ewigen Gottes erkennbar wurde. Sie war das Heiligste, was das junge Israel besaß. Der Losungsvers lässt ahnen, wie groß die Begeisterung während dieser Prozession war: „David und ganz Israel tanzten mit aller Macht vor Gott her, mit Liedern, mit Harfen, mit Psaltern, mit Pauken, mit Zimbeln und mit Trompeten.“
In unserer Tradition sind Kirchen ein Ort ernster Sammlung. Dort sollen die Worte feierlich und getragen klingen. Man bewegt sich langsam und gemessen. Ausgelassene Freude und ungehemmtes Tanzen wirkt für viele befremdlich. Dieser Lobpreis mit angezogener Handbremse ist aber kein biblisches Gebot, sondern einfach unser kulturelles Erbe. Wer es so liebt, dem soll es nicht genommen werden. Aber in vielen Kirchen und Gemeinden auf der Welt gehören Rhythmus und Tanz bis heute selbstverständlich zum Gottesdienst.
Auch Davids Tanz vor der Lade haben wir uns ziemlich ausgelassen vorzustellen. „David und ganz Israel tanzten mit aller Macht,“ heißt es. Sie waren geradezu außer sich, in Ekstase. Auch damals fanden das nicht alle schicklich. Davids Frau Michal hat ihn später dafür gerügt, dass er sich so zum Affen gemacht hat. So würden wir es heute sagen. Kann es sein, dass viele ähnlich empfinden, weil mit dieser Ausgelassenheit ein Kontrollverlust verbunden ist? Und weil sie am liebsten uns selbst und alles um uns herum unter Kontrolle hätten?
Es ist nicht egal, wer oder was über uns die Kontrolle hat. Selbstbeherrschung ist eine biblische Tugend. Aber Gott gegenüber geht es immer darum, Kontrolle abzugeben. Sich ihm zu überlassen und ihm zu vertrauen, dass es gut wird. Deshalb ist die Bibel hier auf Davids Seite. Um Gottes Willen in Begeisterung zu geraten und ihn mit jeder Faser des Körpers zu loben, ist für die Bibel völlig in Ordnung. Wenn es echt ist. Und wenn es den ehrt, der uns unseren Körper und unsere Stimme und seine unfassbare Liebe geschenkt hat.
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Martin Leupold
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